Formative Begleitung der Erprobungsphase im Auftrag der Länder
An deutschen Kunst- und Musikhochschulen hat sich neben den etablierten wissenschaftlichen und künstlerischen Promotionswegen zunehmend eine hybride Form etabliert, die eine wissenschaftliche Dissertation mit einer künstlerischen Leistung verbindet. Ausgehend von einer Empfehlung des Wissenschaftsrats aus dem Jahr 2021 haben die Länder eine mehrjährige Erprobungsphase beschlossen und dafür Eckpunkte zu Zugangsvoraussetzungen, Betreuung, Strukturierung und Abschlusskriterien formuliert, während den Hochschulen zugleich Gestaltungsspielraum erhalten bleiben soll, bevor auf Basis einer externen Evaluation vergleichbare Standards entwickelt werden.
Auf Anfrage der Länder begleitet HIS-HE diese Erprobungsphase formativ und untersucht, inwieweit die praktische Ausgestaltung der hybriden Promotion den im Eckpunktepapier formulierten Anforderungen entspricht und ob künstlerische sowie wissenschaftliche Qualifikationsanforderungen in den entstehenden Abschlüssen als eigenständiges Profil erkennbar verbunden werden. Da sich die Erprobungsphase über mehrere Jahre erstreckt und die Ausgangsbedingungen der beteiligten Hochschulen erheblich variieren, begleitet die Evaluation den Prozess kontinuierlich, wobei die Erhebungsinstrumente so angelegt sind, dass Beobachtungen zu verschiedenen Zeitpunkten und Standorten aufeinander bezogen werden können.
Die Evaluation verfolgt vier miteinander verschränkte Ziele: Sie soll eine Entscheidungsgrundlage für die Verstetigung des Formats am Ende der Erprobungsphase schaffen, die Entwicklung künftiger Qualitätskriterien empirisch fundieren, Qualität und Zielerreichung der laufenden Programme prüfen und den Verständigungsprozess zwischen Ländern und Hochschulen durch frühzeitige Rückmeldung von Erkenntnissen begleiten.
In der ersten Projektphase, die sich über die Jahre 2026 und 2027 erstreckt, stehen Beschreiben und Vergleichen im Mittelpunkt. Anhand qualitativer Fallstudien an ausgewählten Hochschulen werden Strukturen, Prozesse und erste Ergebnisse der hybriden Promotionsprogramme kontextsensitiv erfasst, um standortspezifische Lösungen sichtbar zu machen. Die Fallstudien stützen sich auf Dokumentenanalysen sowie leitfadengestützte Interviews mit Hochschulleitungen, Betreuenden und Promovierenden. Die Befunde fließen in Fallstudienberichte, eine vergleichende Synopse sowie einen ersten Analysebericht für die Länder ein und bilden zugleich die Grundlage für die Entwicklung der Erhebungsinstrumente einer zweiten Phase, in der ab 2027 das Analysieren und Verstehen der Einflussfaktoren im Vordergrund steht. In einer dritten Phase sollen darauf aufbauend Qualitätskriterien für eine perspektivische bundesweite Standardisierung der hybriden Promotion entwickelt werden.
Grundlage der Evaluation bildet ein Evaluationskonzept, das Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität systematisch unterscheidet. Die vier übergeordneten Ziele der Evaluation werden darin in zwölf konkrete Evaluationsaspekte übersetzt, die den Untersuchungsrahmen für die gesamte Erprobungsphase bilden.
Ansprechpartner:IN
Dr. Elke Bosse
Astrid Bernek
Dr. Christian Kühn
Franziska Bittl