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BMBF plant “Qualitätspakt Lehre”, um die Rolle der Lehre in Deutschland zu stärken

Schlechte Betreuung, die Verschulung in den neuen Bachelorstudiengängen sowie die Prüfungsdichte waren im vergangenen Jahr Auslöser der Studentenproteste. Jetzt plant das BMBF nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur für den „Qualitätspakt Lehre“ bis 2013 Ausgaben von bis zu einer halben Milliarde Euro ein. Mit dem Geld sollen an rund 100 Hochschulen zusätzliche Professoren, Mentoren und Tutoren eingestellt werden. Die Hochschulen sollen weitgehend selbst entscheiden, wie sie das Geld einsetzen.
Eigentlicher Start des „Qualitätspakts Lehre“ soll im Frühjahr 2011 sein. Für dieses Jahr sind erst zwei Millionen Euro zur Vorbereitung im Haushalt Schavans vorgesehen. Offen ist, ob sich die Länder mit einem gleichen Betrag wie der Bund an dem Programm beteiligen.
Das neue Qualitätsprogramm soll nach den Vorstellungen Schavans als „dritte Säule“ des bereits mit den Ländern vereinbarten Hochschulpaktes gestaltet werden. Mit der ersten Programmsäule werden vom Bund Forschungsprojekte an Hochschulen zusätzlich finanziell unterstützt. Mit der zweiten Säule sollen 275.000 zusätzliche Studienplätze eingerichtet werden. Alle drei Förderprogramme sollen bis 2020 laufen.
Schavan sagte nach dem Treffen: „Gute Lehre muss in Deutschland künftig genauso anerkannt werden wie gute Forschung.“ Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, forderte für das Bachelor-Studium mehr Lehrpersonal sowie bessere Betreuung und Lernbedingungen ein. Neben Schavan und Wintermantel hatte an dem Gespräch für die Kultusministerkonferenz Sachsen-Anhalts Bildungsminister Jan-Hendrik Olbertz teilgenommen. Olbertz sagte, die Zeit von gegenseitigen Schulzuweisungen zwischen Politik und Hochschule über die Unzulänglichkeiten im Bachelor-Studiums sei überwunden. Man sei jetzt auf dem Weg zu konkreten Verbesserungen.
Auch die Studentenvertreter sprachen nach dem Treffen von einem konstruktiven Dialog. Größtes Problem sei aber nach wie vor der ungeklärte freie Zugang in das weiterführende Masterstudium. Die Kultusminister hatten auf Empfehlung des Wissenschaftsrates den Hochschulen das Recht eingeräumt, sich ihre Master-Studenten nach eigenen Kriterien auszusuchen.
Auf Bitten der Studenten hat Schavan den von ihr geplanten „Runden Tisch“ zum Bachelor-Studium von Anfang April auf den 17. Mai verschoben. Es sollen zuvor noch eine Reihe von regionalen Fachgesprächen stattfinden. Für den 3. März haben Kultusminister und Rektoren zu einer Konferenz nach Berlin eingeladen. Bis dahin sollen auch Berichte über die an den einzelnen Hochschulen vereinbarten Verbesserungen ausgewertet werden.
Quelle: dpa