Pressemitteilung vom 09.07.2026
Wie können Hochschulen Studienstrukturen so weiterentwickeln, dass sie unterschiedlichen Lebenssituationen, Lernwegen und Bildungsbiografien besser gerecht werden? Mit dieser Frage befasst sich eine neue Veröffentlichung des HIS-Instituts für Hochschulentwicklung (HIS-HE). Sie ordnet verschiedene Ansätze zur Flexibilisierung von Studienstrukturen systematisch ein und bietet Hochschulen eine Grundlage, um Studienstrukturen strategisch weiterzuentwickeln.
Flexibilisierung in Studium und Lehre ist in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Thema der Hochschulentwicklung geworden. Gründe dafür sind unter anderem digitale Lehr- und Lernszenarien, heterogene Lebenslagen von Studierenden sowie das Ziel, Bildungswege im Sinne von Durchlässigkeit und lebensbegleitendem Lernen offener zu gestalten. Zugleich zeigt die Analyse: Der Begriff „Flexibilisierung“ wird in Hochschulen sehr unterschiedlich und breit verwendet. Er umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen – von zeitlich und örtlich flexibleren Lehrformaten über alternative Studienmodelle bis hin zu Microcredentials und adaptiven Lernsystemen.
Flexibilisierung als Gestaltungsaufgabe
Hier setzt die Veröffentlichung von HIS-HE an: Entwickelt wird eine Systematik, mit der sich unterschiedliche Ansätze der Flexibilisierung einordnen und hinsichtlich ihrer jeweiligen Gestaltungslogiken betrachten lassen. Unterschieden wird dabei zwischen Ebenen und Dimensionen der Flexibilisierung: Während die Ebenen verdeutlichen, an welchen strukturellen Punkten Veränderungen ansetzen können, zeigen die Dimensionen, welche Bereiche des Studiums – etwa Zeit, Ort, Didaktik oder Inhalte – flexibler gestaltet werden können.
Entstanden ist die Publikation im Rahmen einer Beauftragung aus dem von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre geförderten Verbundprojekt CampusConnectEd heraus, in dem sechs Hochschulen an flexiblen Studienmodellen auf einem „gemeinsam erlebbaren Campus“ arbeiten. Der Mehrwert einer systematischen Betrachtung von Flexibilisierungsannahmen wird am Beispiel dieses Vorhabens deutlich: Unterschiedliche rechtliche, strategische und organisatorischen Bedingungen an den Hochschulen beeinflussen Handlungsspielräume, Aufwände und zu erwartende Erträge.
Die Veröffentlichung ist für alle Hochschulen relevant, die Studienangebote studierendenorientierter, durchlässiger und anpassungsfähiger gestalten wollen. Sie richtet sich insbesondere an Hochschulleitungen sowie Verantwortliche in Studiengangentwicklung, Qualitätsmanagement, Hochschuldidaktik und wissenschaftlicher Weiterbildung. Sie bietet eine strukturierte Grundlage, um Handlungsbedarfe zu identifizieren, Maßnahmen einzuordnen und institutionelle Entwicklungsspielräume auszuloten.