Pressemitteilung vom 27.05.2026
Das HIS-Institut für Hochschulentwicklung (HIS-HE) legt eine neue Interviewstudie im Rahmen des twillo-Verbundes vor, die den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der offenen Bildungsarbeit an Hochschulen untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Die Potenziale sind groß, doch die Umsetzung bleibt fragmentiert.
Offen zugängliche Lehr- und Lernmaterialien (OER) gelten seit Jahren als zentraler Baustein einer modernen Hochschullehre. In den vergangenen Jahren wurden durch zahlreiche Projekte und Initiativen neue Beratungsangebote, Förderformate sowie digitale Plattformen und Infrastrukturen aufgebaut und weiterentwickelt. Dennoch bleibt die Nutzung offener Materialien im Hochschulalltag vielfach hinter den Erwartungen zurück.
Gleichzeitig verändert die rasante Verbreitung generativer KI die Hochschullandschaft tiefgreifend. Vor diesem Hintergrund stellt sich zunehmend die Frage, wie beide Entwicklungen zusammengedacht werden können: Wie lassen sich KI-Anwendungen sinnvoll in die Entwicklung, Nutzung und Weiterentwicklung von OER integrieren?
Dieser Frage ist HIS-HE gemeinsam mit Partnern im twillo-Verbund in einer multiperspektivischen Interviewstudie nachgegangen. Befragt wurden Lehrende, Hochschulleitungen, Early Adopter sowie erfahrene Nutzer:innen von OER. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass KI insbesondere bei der Erstellung, Anpassung und besseren Auffindbarkeit offener Materialien neue Möglichkeiten eröffnet. Gleichzeitig zeigen sich jedoch weiterhin Unsicherheiten sowie Herausforderungen durch fehlende strategische Leitlinien und offene Rahmenbedingungen. Die Studie gibt damit einen Einblick in eine Entwicklung, die gerade erst begonnen hat – und deren Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft ist.
Publikationen
HIS-HE:Forum 1|2026: Perspektiven einer KI-unterstützten offenen Bildungspraxis