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Forum Strategische Entwicklung von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften 2020 - ABSAGE

Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) haben sich in den vergangenen Jahren vehement weiterentwickelt. Schon seit einigen Jahren entfaltet der Sektor der HAW die größte Entwicklungs- und Veränderungsdynamik im bundesdeutschen Hochschul- und Wissenschaftssystem. HAW befinden sich vor dem Hintergrund veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und Herausforderungen in einem Prozess der Neufindung und Neuerfindung, in dem sich ein eigenständiges Profil angewandter Forschung und Entwicklung herausbildet.

Die Entwicklung der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften zeigt sich neben der wachsenden Zahl der Studierenden auch in der deutlichen Ausweitung des Fächerspektrums. Dabei haben HAW zunehmend einen speziellen Charme entwickelt, bei dem praxisorientierte Lehre mit anwendungsbezogener Forschung und Entwicklung verknüpft wird. In engem Kontakt mit (über)regionalen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Akteuren werden Transferprojekte vorangetrieben, in denen Studierende frühzeitig praktische Erfahrungen sammeln und das theoretische Wissen in praxisrelevante Felder übertragen können. Diese enge Verzahnung garantiert denn auch häufig einen reibungslosen Eintritt der Absolventen in die Berufspraxis. Sie trägt damit aber auch wesentlich zur Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen bei.

Gleichwohl fehlt es noch an einer länderübergreifenden Initiative, diese strukturellen Benachteiligungen von HAW zu verbessern. Die Situation ähnelt einem double bind: Einerseits gibt es die Dienstaufgabe Forschung, aber andererseits steht keine Grundfinanzierung für eine Forschungsinfrastruktur zur Verfügung, existiert allenfalls ein rudimentärer wissenschaftlicher Mittelbau, und auch die Lehrverpflichtung liegt nach wie vor bei 18 SWS. Promotionsmöglichkeiten stehen in den meisten Bundesländern nur kooperativ zur Verfügung. Allerdings, und dies lässt hoffen, sind verschiedene Bundesländer dabei, einzelne strukturelle Benachteiligungen zu beseitigen: Das Bundesland Berlin stellt im Strukturplan den HAW 0,25 VZÄ Mittelbaustellen je ProfessorIn zur Verfügung. Hessen und NRW haben das Promotionsrecht für forschungsaktive Bereiche an HAW vergeben. Bayern hat Technologietransferzentren (TTZ) mit einer Anschubfinanzierung gefördert, die bei erfolgreichen TTZ als Grundfinanzierung verstetigt wird. Auch Hessen hat den HAW im Koalitionsvertrag eine Grundfinanzierung für Forschung zugesichert.

Die Veranstaltung will aus unterschiedlichen Perspektiven dem aktuellen Entwicklungsstand an HAW nachspüren und weitere Entwicklungslinien ausleuchten. Sie befasst sich mit den folgenden aktuellen Themen und Fragestellungen in Lehre, Forschung, Struktur- und Strategieentwicklung von HAW:

  • Rahmenbedingungen für eine Weiterentwicklung von HAW
  • Anforderungen und Rahmenbedingungen einer innovativen Hochschullehre
  • Akademisierungsprozesse in den Gesundheitswissenschaften und der Sozialen Arbeit
  • Erfahrungen mit dem Promotionsrecht in Hessen
  • Möglichkeiten zur Steigerung der Attraktivität der FH-Professur
  • Unterstützung von (Aus)Gründungen – Ein Aspekt von Technologietransfer

Die Veranstaltung richtet sich an Mitglieder von Hochschulleitungen und Dekanaten aus Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und an MitarbeiterInnen aus den Bereichen Hochschulentwicklung, Hochschulmanagement, Hochschulsteuerung sowie Organisations- und Personalentwicklung.

Nähere Auskünfte

Peter Altvater

Veranstaltungsmanagement

Ilona Schwerdt-Schmidt