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Forum Bedrohungsmanagement 2019

Aufbau, Etablierung und Weiterentwicklung eines Bedrohungsmanagements an Hochschulen

Hochschulen in Deutschland nehmen sich des Themas Bedrohungsmanagement zunehmend an und verorten dieses in der Organisation. Hierbei existieren Grundregeln, die eingehalten werden sollten, um ein erfolgreiches sowie professionelles System zu etablieren.

Bedrohliche Situationen sind für alle Organisationen – auch Hochschulen – Teil der Realität. Sie sind nicht erwünscht, treten aber in unterschiedlichen Eskalationsstufen auf. Wer dies akzeptiert, kann vorbereitet sein. Prävention, Intervention und Nachsorge sind Elemente einer professionellen Befassung mit der Thematik. Tatsächlich ist es so, dass problematisches und bedrohliches Verhalten regelmäßig auftritt. Und das ist auch normal, wenn viele Menschen, darunter junge Studierende, in einer Hochschule zusammentreffen. Ohne ein systematisches Bedrohungsmanagement mit qualifizierten AnsprechpartnerInnen bleiben diese Fälle zumeist unerkannt, und die betroffenen Personen leiden und wechseln manchmal die Hochschule. In der Regel passieren diese Bedrohungen nicht aus heiterem Himmel, sondern es waren Warnsignale im Vorfeld zu beobachten. Hier setzt das Bedrohungsmanagement an. Das Ziel ist es, dieses Verhalten und damit verbundene kritische Situationen zu erkennen sowie Möglichkeiten zu diskutieren und zu erarbeiten, um diesen Bedrohungen durch Interventionen entgegenzusteuern. In einem institutionalisierten Bedrohungsmanagement können diese Situationen erkannt, eingeschätzt und durch ein Fallmanagement entschärft werden. Das Bedrohungsmanagement ist als eine präventive Maßnahme vor der Krise anzusehen und somit von einem Notfall- und Krisenmanagement abzugrenzen.

Das Forum hat die Stellung des Bedrohungsmanagements in Hochschulen verdeutlicht und bereits gemachte Erfahrungen in Hochschulen gemeinsam diskutiert. Bedrohungsmanagement ist Teamarbeit und spezifische Sachkompetenz wird in diesem Team gebündelt. Wichtig ist die Vernetzung zwischen den Akteuren. Genauso wichtig ist der Informationsfluss in der Hochschule.

Wie diese Team- und Netzwerkarbeit gestaltet werden kann und welche Akteure mit welchen Kompetenzen integriert sein sollten, war ein Veranstaltungsinhalt. Daneben hat es die Möglichkeit gegeben, konkrete Fallarbeit zu diskutieren. Anhand dieser Fallarbeiten wurden die einzelnen Implementierungsschritte gemeinsam erarbeitet. Dabei wurden spezifische Instrumente vorgestellt und an der Dynamik von Fällen erprobt.

Ziel der Veranstaltung war es, den Teilnehmenden anhand von praktischen Erfahrungen aus Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen den Aufbau, die Etablierung sowie auch die Weiterentwicklung eines Bedrohungsmanagements aufzuzeigen. Dadurch konnten Anstöße für eigene Handlungsmöglichkeiten mit auf den Weg gegeben werden. Dabei wurde das handlungsorientierte Arbeiten geübt und durch die Dynamik von Fällen verdeutlicht. Das Lernen aus konkreten Fallarbeiten stand dabei im Mittelpunkt.

Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut Psychologie und Bedrohungsmanagement (I:P:Bm) organisiert und hat den Teilnehmenden ausreichend Raum zur individuellen Vernetzung und zur Diskussion der eigenen sehr spezifischen Fragestellungen gegeben.

Das Forum Bedrohungsmanagement hat somit eine Plattform für fachlichen sowie methodischen Input und den gemeinsamen Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren aus den Hochschulen geboten. Der praktische Erfahrungsaustausch untereinander und das Lernen voneinander waren dabei zentrale Anliegen.

Nähere Auskünfte

Urte Ketelhön