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Forum Bedrohungsmanagement 2017 – Fakten zur Implementierung und praktische Fallarbeit

06. bis 07. April 2017 in Hannover

Bedrohungsmanagement ist eine Strategie für den Umgang mit bedrohlichen Situationen. Ausgangssituation ist immer „Verhalten einer Person mit Anlass zur Sorge“; dieses können z. B. „verbale Drohungen“ sein. Das Bedrohungsmanagement schaut dann auf den konkreten Einzelfall und folgt der Prämisse: erkennen – einschätzen – entschärfen.

Bedrohungsmanagement ist Teamarbeit. Spezifische Sachkompetenz der Hochschule wird in einem Team gebündelt. Zentrale Akteure sind die Hochschulleitung, Konflikt- und Sozialberatungen, der Bereich Studierendenangelegenheiten und die Kommunikationsabteilung. Das Team erarbeitet zuerst ein gemeinsames Verständnis für Bedrohungsmanagement, leistet die konkrete Fallarbeit und entwickelt das System Bedrohungsmanagement sukzessive weiter. Wichtig ist die Vernetzung mit weiteren Akteuren (z. B. Polizei). Genauso wichtig ist der Informationsfluss in der Hochschule. Bedrohliche Situationen müssen dem Team bekannt werden; dies heißt, das System in der Hochschule bekannt zu machen und eine Kultur der Gewaltfreiheit zu propagieren.

Die konkrete Fallarbeit beginnt, soweit dem Team Personen bekannt werden, die mit ihrem Verhalten Anlass zur Sorge geben. Die konkrete Intervention wird dabei durch das Verhalten der Person bestimmt. Wichtig ist in dieser Fallarbeit die chronologische und verhaltensorientierte Dokumentation des Falles. Denn die Praxis zeigt, auch wenn viele Fälle nach der ersten Intervention, einem Erstgespräch, abgeschlossen sind, erstrecken sich andere Fälle über längere Zeiträume, und die jeweilige Neueinschätzung blickt auch auf die Historie. Aus diesem Grund ist die Dokumentation so wichtig! Erfahrungen zeigen, dass das Ausmaß der Bedrohung von Zeitpunkt zu Zeitpunkt schwanken kann und oft mit der Metapher „Aktienkurs“ verglichen wird.

Das Team Bedrohungsmanagement leistet damit keine klassische Gewaltprävention und ist nicht identisch mit dem Notfall- oder Krisenmanagement. Bedrohungsmanagement grenzt sich also von einem Notfall- und Krisenmanagement klar ab. Es handelt sich dabei sozusagen um die Vorstufe, bevor der Notfall eintritt und eine Krise zu managen ist. Bedrohungsmanagement ist auch Präventionsarbeit, so dass das Risiko eines Notfalleintritts vermindert wird. Bedrohungsmanagement wird als eigene Fachdisziplin angesehen. Technische Möglichkeiten werden dabei nicht erarbeitet.

Die Teilnehmenden haben am Forum Bedrohungsmanagement durch das Institut Psychologie und Bedrohungsmanagement (Darmstadt) und HIS-Hochschulentwicklung e. V. im April 2017 Einblicke in den Aufbau eines Bedrohungsmanagements erhalten und die konkrete Fallarbeit geübt.

Tagungsprogramm

Nähere Auskünfte

Joachim Müller