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Forschungsprojekt: Public Private Partnerships an Hochschulen

Seit 2003 forciert die Bundesregierung durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) die Diskussion und Anwendung von Public Private Partnership-Modellen als alternative Beschaffungsform zur konventionellen Eigenrealisierung im öffentlichen Hoch- und Tiefbau. Mittlerweile haben auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene öffentliche Auftraggeber für 109 PPP-Projekte mit einem Projektvolumen von insgesamt 3,5 Mrd. Euro Verträge mit privaten Baudienstleistern abgeschlossen. Damit hat sich seit 2006 der PPP-Anteil an allen öffentlichen Bruttoinvestitionen von 1,5 % auf 4,5 % erhöht. Formuliertes Ziel von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee ist – in Anlehnung an die britischen Verhältnisse – eine PPP-Quote von ca. 15 %. Derzeit befinden sich sektorenübergreifend weitere 120 PPP-Projekte in Vorbereitung.

Die deutschen Hochschulen befinden sich in einem zunehmend nationalen und internationalen Wettbewerb um Reputation, Drittmittel, wissenschaftliches Personal und Studierende. Während für die erfolgreiche Anwerbung exzellenter Wissenschaftler die Vergütungs- und Ausstattungsmöglichkeiten einer Hochschule von besonderer Bedeutung sind, stehen für die Studierenden bei der Wahl ihres Studienortes andere Standortfaktoren im Vordergrund. Für sie sind neben der Höhe der Studiengebühren und Betreuungsrelationen vor allem die Unterbringungsquantitäten und -qualitäten sowie die Campusatmosphäre ausschlaggebende Kriterien.

In dem seit 2006 laufenden Projekt PPP an Hochschulen verfolgt HIS die bundesweiten Entwicklungen von PPP als alternative Beschaffungsvariante zum konventionellen Hochschulbau. Dabei geht es HIS zum einen um die Beantwortung der Frage, ob sich für Hochschulen durch die Anwendung von PPP bei Neubau-, Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen Möglichkeiten der langfristigen Qualitätssteigerung und Profilbildung eröffnen. Zum anderen wird untersucht, unter welchen Voraussetzungen, d. h. unter welchen finanziellen, organisatorischen, rechtlichen und projektspezifischen Rahmenbedingungen durch PPP ein Mehrwert für Hochschulen und ihre Mitglieder (Studierende, wissenschaftliches und nicht-wissenschaftliches Personal) erzielt werden kann. Hierzu konnten im Rahmen des abgeschlossenen, gemeinsam mit der der Bauhaus-Universität Weimar durchgeführten Forschungsprojektes "Lebenszyklusorientiertes Management öffentlicher Liegenschaften am Beispiel von Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen" (10/200603/2008) erste Erkenntnisse zusammengetragen werden. So wurde die PPP-Eignung anhand von einem Dutzend konkreter Neubau- bzw. Sanierungsvorhaben im Hochschulsektor überprüft. Dabei konnten quantitative und qualitative Faktoren ermittelt werden, die die Betrachtung und ggf. Anwendung von lebenszyklusorientierten Public Private Partnership-Modellen bei Bauvorhaben im Hochschulsektor empfehlen.

HIS bietet einzelnen Hochschulen kostenlose Erstinformation zu den Grundzügen von PPP. Neben dem Informationstransfer, d. h. der Aufbereitung vielfältiger PPP-Informationen aus den hierzu bundesweit stattfindenden Tagungen und Arbeitskreissitzungen veranstaltet HIS in regelmäßigen Abständen Themen-Workshops und organisiert nach Bedarf PPP-Informationstreffen für/bei interessierte(n) Hochschulen.

Auf Wunsch und abhängig von den Anforderungen bietet HIS den Hochschulen Unterstützung in der Planungs- und Entscheidungsphase von PPP-Projekten bei

  • der Bestandsaufnahme und Wertermittlung,
  • der Projektstrukturierung und -entwicklung,
  • der Organisationsanalyse,
  • der PPP–Eignungsprüfung,
  • der Machbarkeitsstudie,
  • der Risikoanalyse und
  • der vorläufigen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung.

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