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Open Access-Band zeigt das Digitalsemester aus unterschiedlicher Perspektive

Vollständige Studie zum digitalen Sommersemester erschienen

01.12.2020

Die ExpertInnenbefragung „Digitales Sommersemester“ (EDiS), die das HIS-Institut für Hochschulentwicklung e. V. (HIS-HE) durchgeführt hat, fokussiert auf die mittelfristigen Folgen der Corona-Pandemie für Studium und Lehre. Die vom BMBF geförderte Studie ist nun im Tectum Verlag erschienen und in dessen eLibrary kostenlos abrufbar

Die Digitalsemester, das heißt die notgedrungene Umstellung auf reine Online-Lehre oder hybride Angebote an den deutschen Hochschulen während der Corona-Pandemie, führen zu weitreichenden Veränderungen nicht nur für Lehrende und Studierende, sondern für alle Akteure im Hochschulsystem. Während die weitgehend erfolgreiche Umstellung auf neue Distributionswege für die Lehre als Gemeinschaftsleistung im Sommersemester viel Anerkennung erfahren hat, zeigt eine akteurspezifische Analyse doch, dass die jeweiligen Herausforderungen für die unterschiedlichen Statusgruppen an den Hochschulen erheblich voneinander abweichen.

Den unterschiedlichen Wahrnehmungen des digitalen Sommersemesters an den Hochschulen ging HIS-HE im Rahmen der „ExpertInnenbefragung Digitales Sommersemester“ (EDiS) nach, in der die Einschätzungen von Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden von Supporteinrichtungen im Rahmen qualitativer Befragungen über einen längeren Zeitraum hinweg erfasst und dokumentiert wurden. Schwerpunktmäßig basiert die Studie auf Befragungen, die synchron und asynchron über ein Instant-Messaging-Tool sowie Videokonferenz-Software durchgeführt wurden. Im Mittelpunkt der Befragung stand eine Reihe von Themenkomplexen, die von den beteiligten Statusgruppen je unterschiedlich wahrgenommen wurden (z. B. Organisation des Lehrbetriebs bzw. von Lernprozessen, Kommunikationsformate, Prüfungssituation). Die TeilnehmerInnen der EDiS-Studie setzten sich aus einem bundesweit verteilten Personenkreis aus dem Netzwerk des Hochschulforums Digitalisierung (HFD) zusammen.

Die Analyse der unterschiedlichen Einschätzungen der beteiligten ExpertInnen ermöglichte es, ein differenziertes Bild der Reaktionen auf die Ausnahmesituation zu entwickeln. Während die Studierenden beispielsweise positiv bewerteten, dass vielen Lehrenden die Relevanz der Digitalisierungsproblematik erst im pandemiebedingten Lehralltag in vollem Umfang bewusst geworden sei, betonten viele Lehrende, dass sich Studierende insbesondere der Herausforderung zu stellen hatten, die Fähigkeit zum selbstbestimmten Lernen aktiv weiterzuentwickeln. Im Gesamtbild wird deutlich, dass die Digitalsemester ein breites Experimentierfeld gleichermaßen für Lehrende, Studierende und Mitarbeitende von Supporteinrichtungen darstellen. DieAusnahmesituation gab und gibt Anstöße zur Überprüfung klassischer Lehrkonzepte, zur Weiterentwicklung mediendidaktischer Kompetenzen in der Lehre, zur Entwicklung studentischer Selbstlern-Kompetenzen sowie zum Ausweiten des Unterstützungsangebots für praktikable didaktische Konzepte für die Online-Lehre.

Die vollständige „ExpertInnenbefragung Digitales Sommersemester“ (EDiS) ist im Tectum Verlag erschienen und in dessen eLibrary kostenlos abrufbar. Zudem ist die Studie über den Buchhandel zu beziehen.

Publikationsnachweis

Seyfeli, Funda; Elsner, Laura; Wannemacher, Klaus (2020): Vom Corona-Shutdown zur Blended University? ExpertInnenbefragung Digitales Sommersemester. Baden-Baden: Tectum Verlag 2020. Kostenloser Download (Tectum eLibrary)

Überblick über zentrale Ergebnisse der EDiS-Studie (Foliensatz)

Nähere Auskünfte

Klaus Wannemacher

Pressekontakt

Katharina Seng