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Energieaudits verplichtend für Unternehmen

Zur Umsetzung von Artikel 8 Absatz 4 bis 7 der Richtlinie 2012/27/EU vom 04.12.2012 wird das deutsche Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) dahingehend geändert, dass Nicht-KMU (kleine und mittelständische Unternehmen) verpflichtet werden, periodisch Energieaudits durchzuführen. Diese Gesetzesänderung ist am 22.04.2015 in Kraft getreten.

Ziele des Energieaudits

Übergeordnetes Ziel ist es dabei, eine Steigerung der Energieeffizienz in der EU um 20 Prozent bis 2020 zu erreichen, und daran anschließend weitere Energieeffizienzverbesserungen für die Zeit danach vorzubereiten.

Definition

Die Definition von Energieaudits lautet: „Systematische Inspektion und Analyse des Energieeinsatzes und des Energieverbrauchs einer Anlage, eines Gebäudes, eines Systems oder einer Organisation, mit dem Ziel, Energieflüsse und das Potenzial für Energieeffizienzverbesserungen zu identifizieren und über diese zu berichten.“

Wer ist betroffen

Unternehmen, die nicht zu den so genannten kleinen oder mittleren Unternehmen (KMU) gehören, sind verpflichtet, bis zum 5. Dezember 2015 ein Energieaudit auf Basis der DIN EN 16 247-1 durchzuführen. Gerechnet vom Zeitpunkt des ersten Energieaudits muss mindestens alle vier Jahre in unabhängiger und kostenwirksamer Weise von qualifizierten oder akkreditierten Experten erneut ein Energieaudit abgelegt werden.

Das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) wird die Energieaudits stichprobenhaft überprüfen. Darüber hinaus wird eine Liste von Personen, die über die erforderlichen Qualifikationen verfügen veröffentlicht und bereitgestellt.

Ernennung eines Energiebeauftragten

Unternehmen, die nach dem EDL-G zur Durchführung von Energieaudits verpflichtet sind, haben namentlich mindestens eine unternehmensinterne oder unternehmensexterne natürliche oder juristische Person zum Energiebeauftragten des Unternehmens zu ernennen. Dem Energiebeauftragten obliegt die Verantwortung für die Koordination des Energieaudits. Das Unternehmen hat sicherzustellen, dass dieser Person die nötigen Befugnisse zur Erfassung der für die Durchführung notwendigen Informationen, insbesondere für die Erfassung der erforderlichen Daten, erteilt werden.

Freistellung und Alternativen

Unternehmen, die nicht zu den KMU gehören aber zum Erfüllungszeitpunkt ein gültiges, zertifiziertes Energiemanagement nach der DIN EN 50001 oder Umweltmanagementsystem im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates (EMAS) oder ein Mischsystem von Energie- und Umweltmanagementsystemen eingerichtet haben, welches mindestens 90% des gesamten Energieverbrauchs des Unternehmens abdeckt, sind von der Pflicht der Durchführung eines Energieaudits freigestellt.

Relevanz für Hochschulen

Einrichtungen mit hoheitlichen Aufgaben, zu denen auch die Hochschulen zählen, sind von der Durchführung von Energieaudits nicht betroffen. Unikliniken, Forschungszentren sowie universitäre Betriebe können betroffen sein, sofern sie nicht als kleine oder mittelständische Betriebe gelten, jedoch als Unternehmen eingestuft werden. Ggf. können auch Teile der Einrichtungen betroffen sein, wenn sie eine unternehmerische Tätigkeit ausführen. Seitens des BAFA gibt es hierzu eine Informationsbroschüre, die u. a. Beispiele enthält.

Weitere Informationen

Link zum BAFA-Merkblatt für Energieaudits